7. Juli 2026

Rampenlicht für die Wissenschaft: Open-Science-Preis und Science Slam 2026 


Große Bühne für kluge Köpfe: Im Rahmen des traditionellen Science Slams der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO) wurden herausragende Projekte geehrt, die zeigen, wie lebendig und nahbar Forschung sein kann. Von partizipativer Zugvogelforschung mit Kindern bis hin zu rappenden Windrädern erlebte das Publikum einen Abend voller Inspiration und Innovation.


Open-Science-Preis 2026 geht an das Projekt „kids4kids“

Der mit 1.000 Euro dotierte UGO Open-Science-Preis zeichnet exzellente Forschung aus, die transparent, verständlich und für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an das wegweisende Pilotprojekt „kids4kids – Vogelzug“ aus Wilhelmshaven.

Das Besondere an dem Projekt:

  • Echte Partizipation: Wissenschaft wird hier demokratisch und spielerisch gestaltet. Schüler*innen konsumieren kein fertiges Wissen, sondern entwickeln als aktive Beteiligte eigene Forschungsfragen.
  • Kreative Kanäle: Die Kinder führten eigenständig Interviews mit Forschenden und übersetzten die komplexen Daten in ihre eigene Sprache. Daraus entstanden unter anderem ein eigener Podcast sowie VR-Brillen-Stationen und Hörspiele.

Hinter dem Erfolg steht ein starkes Team: Evolutionsbiologin Prof. Dr. Miriam Liedvogel (Leiterin des Instituts für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“), Dr. Sabrina Satzinger und Dr. Wiebke Endres (Neues Gymnasium Wilhelmshaven). Das geförderte Projekt macht Lust darauf, sofort selbst auf den Spuren der Zugvögel zu wandeln.

📅 Ausstellungstipp: Die aus dem Projekt entstandene, interaktive Wanderausstellung wurde feierlich am 19. Juni 2026 am Neuen Gymnasium Wilhelmshaven eröffnet. Im Anschluss tourt sie als mobile Ausleihe durch Schulen und Museen im deutschsprachigen Raum.


Das „Goldene Gehirn“ für das Sozialleben der Windräder

Im Anschluss wurde es beim legendären 14. Science Slam der Universität Oldenburg gewohnt rasant. Fünf „Slammys“ stellten sich dem Publikum in der Universitätsaula und hatten jeweils exakt zehn Minuten Zeit, ihre komplexen Fachgebiete maximal unterhaltsam zu präsentieren.

Das Themenspektrum des Abends bot einen faszinierenden Querschnitt der Oldenburger Forschung:

  • Meeresbiologie trifft Physik: Wie man Quallen zum Leuchten bringt.
  • Technik im Alltag: Wie das Hörgerät „Hörbert“ akustische Signale intelligenter adressieren kann.
  • Akustik: Warum es so schwer fällt, einzelne Musikinstrumente im Orchesterkonzert zu unterscheiden.
  • Teilchenphysik: Warum kosmische Myonen als neue Sicherheitspolizei taugen.
  • Windenergie: Die Kommunikation zwischen Windkraftanlagen.

Den begehrten ersten Platz – dotiert mit 500 Euro Preisgeld und der Trophäe „Das Goldene Gehirn“ – sicherte sich David Onnen. Der Doktorand forscht am Institut für Physik im Zentrum für Windenergieforschung (ForWind) in der Fakultät V.

Mit seinem mitreißenden Vortrag „Das Sozialleben der Windräder. Eine literarische Spurensuche“ brachte er die rund 320 Gäste in der Aula zum Toben. Er wählte ein ungewöhnliches Format für seine Forschung zu Windenergieanlagen: Er rappte auf der Bühne und trug selbst verfasste Gedichte vor. Das Publikum kürte ihn via Applaus-Abstimmung zum verdienten Sieger des Abends.

Wir gratulieren allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu diesen fantastischen Erfolgen!


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