Wie gelingt die Verkehrswende vor unserer Haustür? Und welche Rolle spielen Wissenschaft und Wirtschaft dabei? Am 21. Mai 2026 erhielten rund 50 Mitglieder der Universitätsgesellschaft Oldenburg (UGO) exklusive Einblicke hinter die Kulissen der EWE Go GmbH, einer der treibenden Kräfte für Elektromobilität in der Region und darüber hinaus.
Die Elektromobilität boomt, doch mit dem rasanten Zuwachs an E-Fahrzeugen steigen auch die Anforderungen an unsere Infrastruktur. Um zu verstehen, wie die Mobilität von morgen gestaltet wird, besuchten rund 50 interessierte Mitglieder der UGO die EWE-Tochter EWE Go. Empfangen wurde die Delegation von Geschäftsführer Ilker Akaya, der den Gästen aus erster Hand von den aktuellen Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Branche berichtete.
Infrastruktur und grüner Strom: Die zwei Säulen der E-Mobilität
Im Zentrum des Vortrags und der anschließenden Diskussion standen zwei der drängendsten Fragen der Energiewende: Woher kommt der Strom und wie gelangt er in die Fahrzeuge? Ilker Akaya machte deutlich, dass der reine Aufbau von Ladesäulen nur die halbe Miete ist. Die echte Herausforderung liegt in der intelligenten Verknüpfung:
- Der Ausbau der Ladeinfrastruktur: Niedersachsen und Deutschland brauchen ein flächendeckendes, zuverlässiges und vor allem schnelles Ladenetz. EWE Go treibt diesen Ausbau sowohl im städtischen Raum als auch entlang der Hauptverkehrsadern massiv voran.
- Die grüne Stromdeckung: Ein E-Auto ist nur so klimafreundlich wie der Strom, mit dem es geladen wird. Akaya skizzierte eindrucksvoll die Szenarien, wie der massiv steigende Strombedarf künftig vollständig aus erneuerbaren Energien – insbesondere Wind- und Solarkraft aus der Region – gedeckt werden soll. Dies erfordert nicht nur mehr Erzeugungsanlagen, sondern auch smarte Netze (Smart Grids), die Angebot und Nachfrage flexibel ausgleichen.
Ohne Kooperation keine Innovation
Ein zentrales Fazit des Abends lautete: Die technologischen und logistischen Hürden der Verkehrswende lassen sich nicht im Alleingang bewältigen. Es braucht kontinuierliche technische Innovationen – von effizienteren Ladetechnologien über intelligentes Batteriemanagement bis hin zu neuen Geschäftsmodellen für das Laden im öffentlichen Raum.
Hier schließt sich der Kreis zur Universitätsgesellschaft: Diese Entwicklungen sind ohne eine enge und agile Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlicht unmöglich. Die Forschung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg liefert wertvolle Impulse in Bereichen wie Informatik, Energiesysteme und Umweltwissenschaften, die direkt in die Praxis einfließen können.
Die UGO als wichtiges Bindeglied
Genau an dieser Schnittstelle zeigt sich der Wert eines starken Netzwerks. Der UGO und ihren Mitgliedern kommt eine entscheidende Scharnierfunktion zu. Sie fungieren als Brückenbauer, die den Dialog zwischen klugen Köpfen aus der Forschung und den Machern aus der Praxis moderieren und fördern.
Der Besuch bei EWE Go war dafür das beste Beispiel: Er bot nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch Raum für lebhafte Diskussionen und wertvolles Networking. Am Ende des Abends stand für alle Beteiligten fest: Die Mobilitätswende im Nordwesten ist in vollem Gange – und die UGO-Gemeinschaft gestaltet sie aktiv mit.